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 "Dr. No" geht

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BeitragThema: "Dr. No" geht   Sa März 15, 2008 2:20 pm

Sein Entschluss hinterlässt Rätsel: Knapp ein Jahr nach seiner Einwilligung in eine gemeinsame Regierung mit der katholischen Sinn-Fein tritt Nordirlands Regierungschef Ian Paisley zurück

Den Papst nannte er einen "Antichristen", seine politischen Feinde "Ungeziefer" und sein Lieblingswort war "Nein". Nein zu einem vereinten Irland, nein zu einem Mitspracherecht für die Katholiken und nein zu allen Kontakten mit der Untergrundbewegung IRA. Nordirlands Regierungschef Ian Paisley schrieb Geschichte in der einstigen Konfliktregion. Vor knapp einem Jahr willigte der ewige Nein-Sager in eine gemeinsame Regierung mit der katholischen Sinn-Fein-Partei, dem politischen Arm der Terrorgruppe IRA, ein. Lange war diese sein absoluter Erzfeind.

Nur zehn Monate später verabschiedet sich der protestantische Pfarrer von der politischen Bühne, auf deren Parkett er fast fünf Jahrzehnte eine der Hauptrollen spielte. Was nach der Ära Paisley kommt, ist vielen ein Rätsel. Genauso wie die Gründe, warum der 81-Jährige ausgerechnet jetzt das Handtuch wirft. "Ist er gesprungen oder wurde er geschubst?", fragte die BBC vielsagend.

Seinen Hut als Regierungschef und Chef der Unionistenpartei DUP will Paisley nach einer Investmentkonferenz nehmen, die vom 7. bis 9. Mai stattfinden soll - exakt ein Jahr nach der Vereidigung der eigenständigen Regionalregierung zwischen einst verfeindeten Katholiken und Protestanten. Diese wurde nach jahrelanger Verwaltung von London aus weltweit als Vorbild für Frieden in einer Krisenregion gewertet.

Der mögliche Nachfolger Paisleys brachte sich bereits in Stellung: Peter Robinson, der bisherige DUP-Vizechef und Finanzminister. Mit seinen 59 Jahren würde Robinson für eine etwas jüngere Generation stehen. Denn Paisley, der im April 82 Jahre wird, hatte zuletzt kränklich gewirkt, seit Längerem ranken sich Gerüchte um seinen angeblich schlechten Gesundheitszustand.

Das änderte jedoch nichts an seinem polternden Charakter: Einen größeren Dickschädel als ihn konnte man schwer finden. Mit seinem "Nein" und "Niemals", das er den Massen oft entgegenschrie, handelte er sich den Spitznamen "Dr. No" ein. Vehement wehrte er sich über Jahrzehnte, einen "Pakt mit dem Teufel" zu schließen. "Sie vermehren sich wie Karnickel und vervielfachen sich wie Ungeziefer", drückte er seine Meinung über die Katholiken einst aus. "Ich werde mich mit den blutrünstigen Monstern nicht an einen Tisch setzten."

Dass ausgerechnet dieser Mann der Allparteienregierung zustimmte und sich am 8. Mai 2007 zum Regierungschef vereidigen ließ, sorgte für große Verwunderung. "Der Mann, der für sein Nein berühmt war, wird in die Geschichte eingehen, weil er Ja gesagt hat", sagte der ehemalige Premierminister Tony Blair, der zusammen mit seinem irischen Amtskollegen Bertie Ahern maßgeblich für den Friedensprozess in Nordirland verantwortlich war. Seit 1969 waren rund 3500 Menschen dem blutigen Konflikt zum Opfer gefallen; das Karfreitagsabkommen 1998 leitete den Weg zum Leben ohne Bombenangst ein.

Paisleys Kehrtwende brachte ihm zwar das Lob internationaler Politgrößen ein. Doch in den eigenen Reihen sorgte das Verhalten auch für Unmut. Vor allem stieß vielen das innige Verhältnis zu Martin McGuinness, seinem Stellvertreter und dem ehemaligen Kommandeur der IRA, sauer auf. Paisley und McGuinness verstanden sich offenbar so gut, dass sie bereits "Chuckle Brothers" (Kicher-Brüder) genannt wurden. Auch der Rücktritt seines Sohnes als Juniorminister und Spekulationen um dessen Verbindungen mit Lobbyisten der Geschäftswelt setzten Paisley unter Druck - auch wenn er abstritt, dass sein Rücktritt etwas mit all den Spekulationen zu tun hatte. "Ich habe eine ziemlich dicke Elefantenhaut", sagte er.

Wer immer seine Nachfolge antritt, die Hoffnungen ruhen auf einer Fortsetzung der relativ harmonischen Regionalregierung in Belfast. Paisley selbst definierte seine Rolle glasklar: "Ich werde nicht dasitzen wie Putin in Russland und den (neuen) Präsidenten anweisen, was er zu tun hat."

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"They said I was ruthless, daring, savage, blood thirsty, even heartless. The clergy called me and my comrades murderers but the British were met with their own weapons. They had gone in the mire to destroy us and our nation and down after them we had to go"
Commandant General Tom Barry
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